Die Brüder Löwenherz (1977)

Originaltitel: Broderna Lejonhjarta

Ich würde gerne das erste Review der Themenwoche mit einem guten Film beginnen, aber ich fürchte ich hatte kein glückliches Händchen. Und das trotz des großen Namens: Astrid Lindgren. Die Schwedin dürfte den meisten durch Klassiker wie Pippi Langstrumpf und Ronja Räubertochter bekannt sein. Aber sie hat weitaus mehr geschrieben, unter anderem kontroverses. Dazu zählt auch das Buch, um dessen Verfilmung es heute geht.

In Die Brüder Löwenherz weiß der kleine Junge Karl Löwe, dass er bald sterben wird. Sein großer Bruder Jonathan erzählt ihm darauf vom Land Nangijala, eine Art Nachwelt in die Karl kommt und in die er ihm irgendwann in vielen Jahren folgen wird. Überraschend stirbt aber Jonathan in Folge eines Hausbrandes kurz vor Karl. In Nangijala angekommen, stellt sich bald heraus, dass es sich hier nicht um das versprochene Paradies handelt…

Der Film wirkt öfters billig, wie man das so von Märchenverfilmungen kennt. Vor allem die Kampfszenen sind aber so unglaubwürdig, dass es störend ist. Nicht falsch verstehen, ich erwarte keine größere Gewaltdarstellung. Wenn aber ein Charakter einen Speer zwei Meter weit schmeißt und auf einmal eine Wache diesen im Bauch stecken hat… Nunja.

Wie ihr seht, sterben in diesem Werk ziemlich oft Menschen, und das ist kein Zufall. Das zentrale Thema ist der Tod. Und deswegen ist das Buch bzw. der Film kontrovers? Jein. Das Problem ist nicht, dass Lindgren den Tod thematisiert, sondern wie man die Geschichte deuten kann. Eine naheliegende Deutung wäre, dass Totsein besser ist als mit schwerer Behinderung zu leben, und dass Sterben sowieso nicht schlimm ist und man damit seine Probleme lösen kann. Harter Tobak, nicht wahr?

Auch wenn das nicht die Absicht von Lindgren war, ist es ein Mangel an der Geschichte. Einer von vielen. Die Story geht nur durch Zufall und der Dummheit der Bösewichter voran. Ja, natürlich, das ist bei Kinderliteratur (leider) häufig so. Hier trifft es aber so unglaublich oft auf, dass es keinen Spaß mehr macht. Ein Kind wird das natürlich nicht stören, aber ich sehe auch nur wenige für Kinder ansprechende Elemente in diesem Film. Der Plot ist einfach nichts besonderes. Für die Kleinen also wahrscheinlich ein netter 08/15-Film, den sie mit ihren Eltern ansehen könnten, wenn da nicht dieses fragwürdige Ende wäre. Ich hoffe Dennis und David hatten mit ihren Filmen mehr Glück.

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